Nach Gott… nach der Leere
Als das Bild von der Wand verschwand, trauerte niemand um das Bild selbst, sondern um den blassen Abdruck, den es hinterlassen hatte. Jene salzige Fläche, getränkt von Jahren der Bedeutung, verraten vom frischen Anstrich.
Sie nannten es Leere. Ich aber wusste: Es war die trügerische Erinnerung derer, die glauben wollten, dass das Bild notwendig war.
Leere? Nein. Sie ist kein Nichts – sie ist ein Begriff, der noch immer die Spuren der Sprache trägt, und dir gerade so viel Freiheit schenkt, wie ein Spaziergang in der Wortzelle.
Und Sinn? Eine alte theologische Pointe, die nicht mehr zum Lachen reizt, aber inzwischen als Tempel steht. Die ersten lachten – wir hingegen haben Marmorgalerien drumherum gebaut und verbeugen uns nun… vor dem Lachen ohne Lächeln – jenem Lachen, das niemand lacht.
Wer sein Ziel verlor, weil der Sinn verschwunden ist, gleicht einem Mönch, der aufgehört hat zu existieren, dessen Seele aber noch ans Bett genagelt ist, stumm blickend auf die Wand, flüsternd: „Hier… war mal etwas.“
Und ich? Ich stehe vor derselben Wand, nenne sie nicht Leere, und schreibe jeden Tag einen neuen Satz darauf, wie einer, der ein unsichtbares Bild malt – nicht für die Welt, nicht einmal für sich selbst.










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